Candidate Experience – was ist das eigentlich?

Candidate Experience meint: Die Erfahrung die potentielle Bewerber mit dem zukünftigen Unternehmen im Rahmen der Bewerbung machen. Ein positives Bewerbungserlebnis wird in Zukunft immer wichtiger. Da sind sich alle einig. Unternehmen, die das nicht selbst erkennen, werden durch den Fachkräftemangel und die demografische Lücke in Zukunft absolute Probleme bekommen.

Doch was löst ein positives Bewerbungserlebnis aus?

Unternehmen, die Bewerber im Gespräch eineinhalb Stunden lang verdursten lassen oder der Mitarbeiter, der am Empfang wie ein Vollzugsbeamter auftritt, sicherlich nicht. Erst vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Geschäftsinhaber, der mir erklärt hat, dass er erst einen Bewerber persönlich kennen lernen will, der ihm einen eineinhalb Seiten langen Aufsatz schreibt, welche Motivation er hat, bei Ihm im Unternehmen zu arbeiten. Immerhin habe er selbst jahrelang versucht mit der Marke, welche er in seinem Geschäft vertritt, in Kontakt zu kommen. Ist das ein Weg zu einer guten Candidate Experience? Wohl eher nicht.

Solche Erfahrungen allein sind sicherlich kein Grund, dass ein Bewerber sich gegen ein Unternehmen entscheidet, aber sie sind Mosaiksteine, die zum Gesamtbild beitragen. Dass die ersten Minuten entscheidend für den Eindruck sind, haben viele Bewerber inzwischen verinnerlicht, aber dass sich auch ein Bewerber in den ersten Minuten im Unternehmen ein Bild macht, das wird immer vergessen. Selbst wenn der Geschäftsleitung die Bedeutung der Candidate Experience klar ist, muss das noch nicht für die Fachbereiche gelten. Diesen sei oft gar nicht bewusst, wie der Arbeitsmarkt aussieht und welchen Aufwand der Personalbereich getrieben habe – bis hin zur Einschaltung eines Headhunters –, um einen geeigneten Kandidaten zu finden. Wenn dieser Kandidat im Vorstellungsgespräch dann einfach die Frage gestellt bekommt, warum er sich bei diesem Unternehmen bewerbe,  das kommt gar nicht gut an.

Doch es gibt noch weitere Ansatzpunkte, um die Candidate Experience auf die Höhe der Zeit zu bringen: die Bewerbermanagementsysteme. Zwar sorgt der Bewerbungsprozess über eine Website für durchgängige Prozesse im Unternehmen, aber manches Bewerbermanagementsystem dient eher der Bewerberverhinderung. Wenn jemand für die Bewerbung 45 Minuten lang  Eingabemasken ausfüllen muss, kommt das einem Amtsgang gleich. Schaut man sich einmal, aus Sicht des Bewerbers die verschiedenen Stadien an, in denen ein Bewerber mit dem Unternehmen in Kontakt kommt, so liefert das Hinweise auf Verbesserungen für die eigenen Prozesse.

„Der Wunsch nach dem perfekten Lebenslauf sollte nicht zum Information-Overload führen.“

Der Wunsch, sich vor dem potenziellen neuen Arbeitgeber perfekt präsentieren zu wollen, ist verständlich. Trotzdem sollte er nicht dazu führen, dass wir jede Erfahrung und Fähigkeit, auf die wir verweisen können, unreflektiert in unseren Lebenslauf packen. Denn auch in Sachen Lebenslauf gilt manchmal: Weniger ist mehr. Personaler haben in der Regel nicht viel Zeit. Beim Scannen der Bewerbung sollten sie nicht von den wirklich wichtigen Aussagen abgelenkt werden: Je mehr vorteilhafte und aussagekräftige Informationen „hängen bleiben“, desto besser. Ein schlauer Lebenslauf konzentriert sich also auf die wichtigsten Angaben!

Hinter dem Link finden Sie einen Betrag dazu, den ich über Xing gefunden habe: http://www.xing-news.com/reader/news/articles/113753?newsletter_id=8348&xng_share_origin=email

Mitarbeiter müssen sich Arbeitszeugnis eigentlich abholen

Der neue Job läuft. Doch das Arbeitszeugnis vom ehemaligen Arbeitgeber steht noch aus. Ist es dann fertig, können Berufstätige nicht erwarten, dass es zugeschickt wird. Obwohl: Eine Ausnahme gibt es.

Der Arbeitgeber hat nicht die Pflicht, einem ehemaligen Mitarbeiter sein Arbeitszeugnis zuzuschicken. Im Zweifel muss es der Betroffene bei dem früheren Arbeitgeber abholen.

Das Arbeitszeugnis muss nur zugeschickt werden, wenn der Ex-Mitarbeiter ihm einen frankierten Rückumschlag zuschickt. Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg (Az.: 16 Ta 1771/14). In dem verhandelten Fall hatte eine frühere Arbeitnehmerin ihrem ehemaligen Arbeitgeber einen frankierten Rückumschlag übersandt mit der Bitte, ihr das Zeugnis zu schicken. Der Arbeitgeber weigerte sich, die Frau klagte. Mit Erfolg.

Üblicherweise haben Mitarbeiter keinen Anspruch, ein Zeugnis zugeschickt zu bekommen. Sie haben lediglich Anspruch auf Zeugniserteilung. Im vorliegenden Fall sei es allerdings so gewesen, dass die Frau um Übersendung des Zeugnisses gebeten und ein frankiertes Rückkuvert beigelegt habe. Es hätten auch keine Gründe vorgelegen, dieser Bitte nicht zu entsprechen.

“High-Potentials”

High Potentials sind die Zukunft jedes Unternehmens, der bundesdeutschen Volkswirtschaft und der ganzen Menschheit sowieso. Jedes Unternehmen will sie gerne haben und jeder Berufseinsteiger fühlt sich zu einem berufen (und zwar noch bevor das Online-Studium abgeschlossen ist oder die ersten drei Zeilen Code programmiert sind, die den Rechner nicht zum Absturz bringen). Natürlich haben sich auch die Feuilletons des Landes dieser Spezies schon angenommen, genauso wie es auch Personaldiagnostiker getan haben. Jeder will sie haben und alle wollen welche sein. Wie geht das eigentlich und wer macht dann eigentlich noch die gemeine Fußarbeit? Fragen über Fragen.

Wie viele High Potentials gibt es wirklich?

Viele menschliche Eigenschaften und somit auch Bewerber- oder sogar High Potentials-Eigenschaften sind normalverteilt/wikipedia. Dazu gehört die Körpergröße ebenso wie kognitive Fähigkeiten, die meisten Persönlichkeitseigenschaften oder viele andere Attribute. Natürlich gibt es auch Eigenschaften, die nicht normalverteilt sind, z.B. Aggressivität oder klinische Störungsprofile. Doch viele der Eigenschaften, die für Auswahlverfahren und damit die Identifikation von High Potentials relevant sind, sind normalverteilt.

Die Normalverteilung gibt standardisiert an, wie viel Prozent einer Population (z.B. alle Deutsche, alle Bewerber oder alle High Potentials) bei einer Eigenschaft (z.B. Intelligenz) in einen bestimmten Wertebereich fallen. Beispiel kognitive Testverfahren: Intelligenztests sind so genormt, dass diese einen Mittelwert von 100 haben und eine Standardabweichung von 15 Punkten. Per Definition sind damit 50 % überdurchschnittlich, 50 % unterdurchschnittlich, knapp 16 % (+1 Standardabweichung oder größer) sind schon deutlich überdurchschnittlich und weniger als schlappe 2,5 % befinden sich im tatsächlichen Hochbegabtenbereich. Wie kommt es also, dass jeder und alles hochbegabt oder zumindest überdurchschnittlich ist?

Der “better-than-average effect”

Aus der Sozialpsychologie ist bekannt, dass Menschen generell danach streben ein positives Selbstwertgefühl aufrecht zu erhalten. Ein Mittel der Wahl hierfür ist es auch, sich selbst manchmal in einem etwas positiverem Licht zu sehen. Dies führt zum sogenannten better-than-average-effect (besser als der Durchschnitt). Dieser zeigt sich in folgendem Phänomen: Wenn dreißig zufällig ausgewählte Individuen in einem Raum sind und die Frage fällt, wer denn alles mehr Humor hätte als der durchschnittliche Zeitgenosse, stellt man verblüfft fest – alle. Das gleiche funktioniert mit Autofahren (alternativ in Bezirken mit erhöhter Litschi-Quote auch Fahrradfahren), überdurchschnittlich kreativen Einfällen oder auch mit jeder anderen Eigenschaft, die positiv bewertet wird. Dies führt nicht nur soweit, dass sowieso alle Eltern ihre Kinder für hochbegabt halten, sondern sogar, wie eine Studie herausfand, Personen die im Gefängnis sitzen, sich für prosozialer halten als der Durchschnittsbürger. (Schöner Titel des Artikels: Behind bars but above the bar)

Skandal: Statistiker behaupten, dass nicht jeder Bewerber ein High-Potential ist

Kommen wir zurück zu unserer Normalverteilung. Gehen wird einfach einmal vereinfacht davon aus, dass berufliches Leistungspotenzial ebenfalls normalverteilt ist. Demnach kann also erwartet werden, dass genau 2,3 % aller Bewerber für das High-Potentials-Programm in diesen Extrembereich fallen würden und zumindest knapp 16 % deutlich überdurchschnittlich sind.

Bei einer theoretisch 100 % treffsicheren Eignungsdiagnostik (was praktisch nie erreicht werden wird) bräuchte also jedes Unternehmen für einen wirklich hochbegabten Bewerber ca. 50 Bewerbungen pro Stelle. Was machen dann die ganzen anderen Bewerber? – Egal.

Eine ganz verwegene Annahme wäre noch, dass es statistisch völlig plausibel wäre, anzunehmen und zu akzeptieren, dass es sich bei den allermeisten Unternehmen (außer bei Ihrem natürlich!) um ganz und gar durchschnittliche Unternehmen handelt, bei denen meist vollkommen durchschnittliche Mitarbeiter (natürlich außer Ihnen!) arbeiten. Aber das halte ich für absolut ausgeschlossen. 😉

Verfasser: Falko Brenner

Der optimale Arbeitsplatz – wie er sieht er aus?

Darüber, wie der optimale Arbeitsplatz aussieht, dürften die Vorstellungen gar nicht so weit auseinandergehen. Eine gute Atmosphäre gehört sicher dazu. Kollegen, mit denen man auch nach Feierabend mal in die Kneipe gehen würde. Und Sicherheit, na klar, die wäre natürlich auch nicht verkehrt. Aber liegen wir damit auch immer richtig? Eher nicht. Die Website Karrierebibel, (www.karrierebibel.de) zeigt uns fünf Irrtümer über den optimalen Arbeitsplatz, denen Sie nicht ohne Weiteres unterliegen sollten … sehr interessant!

1.) „Wir sind alle gute Freunde“

Im Englischen nennt man sie Team Cancer. Spieler einer Sportmannschaft, die so ätzend sind, dass sie die ganze Stimmung im Team vergiften. Einen Team Cancer will niemand in der Mannschaft haben – und erst recht nicht im Unternehmen. Ein Grund, warum in der Regel nur Leute gesucht und eingestellt werden, die offenbar zur Unternehmenskultur passen, die so ähnlich sind wie die anderen.

Falsch! Heterogene Teams bringen bessere Resultate. Ein Team mit Männern und Frauen, Leisen und Lauten, Informatikern und Philosophen – die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen alle sympathisch sind, ist gering. Die Aussicht aber, dass Sie in der Mixed-Staffel zu Höchstform auflaufen, ist hoch.

2.) „Die Atmosphäre im Büro ist sehr harmonisch“

Was dabei entsteht, wenn die Harmoniesucht um sich greift, erleben wir derzeit in der deutschen Innenpolitik. Keine Debatten mehr, keine flammenden Plädoyers im Bundestag, kein Streit. Dabei ist Streit etwas Tolles (so lange er inhaltlicher Natur ist und nicht aus cholerischen Anfällen bestehen). Aus seinem Schoße erwachsen neue Lösungen, auch Wut, die sich in Energie umwandelt. Vielleicht erleben Sie ja auch gerade in Ihrer Abteilung, dass sich alle stets nur gegenseitig zustimmend zunicken.

Studien bestätigen: Eine tolle Atmosphäre am Arbeitsplatz führt zu Selbstzufriedenheit und Selbstbestätigung. Ärger, Disharmonie oder sogar Wut haben häufig bessere Ergebnisse zur Folge. Im Konflikt, in einer gesunden Streitkultur kommen Sie auf bessere Ideen.

3.) „Mein Arbeitsplatz ist supersicher“

Sicherheit – die ist in Deutschland besonders populär, auch und gerade in Bezug auf den Arbeitsplatz. Laut Umfrage ziehen drei von zehn Hochschulabsolventen den öffentlichen Dienst der Privatwirtschaft vor. Auch der Lehrerberuf leidet nicht gerade an Nachwuchsmangel. Die Kehrseite der Sicherheitsmedaille: Langfristig mündet Sicherheit in Routine, lässt die Motivation nach und nach auf neue Tiefststände sinken. Auch die Lust, neue Herausforderungen anzunehmen, sinkt. Erfolgserlebnisse werden im Supersicher-Job seltener, ebenso Niederlagen. Und an denen wächst man ja bekanntlich.

Conclusio:

Ein (zu) sicherer Arbeitsplatz ist komfortabel, bringt Sie aber beruflich und persönlich nicht weiter.

4.) „Der Stress hält sich noch in Grenzen“

Zu viel Stress ist ungesund.

Aber:

Wenn Ihr Job so ermüdend ist, dass er aus lauter Routinetätigkeiten besteht, geht er irgendwann in Langeweile über.

Und dafür sind 40 Stunden pro Woche einfach zu viel investierte Lebenszeit. Wenn Sie unter Zeitdruck stehen und eine Aufgabe fristgerecht lösen; wenn Sie ein wichtiges Projekt vor der Brust haben, von dem Wohl und Wehe des Betriebs abhängen – dann ist das zwar verbunden mit Druck und Stress. Aber eben auch mit Verantwortung, Gestaltung und am Ende hoffentlich Bestätigung und ein paar Glückshormonen. Stress kann etwas Positives sein. Nur wenn er uns Kraft und Nerven kostet und wir auch nach Feierabend nicht mehr abschalten können, wird er gefährlich.

5.) „Wir legen viel Wert auf Teamarbeit“

„Was ich geleistet habe, ist nur ein Erfolg des Alleinseins“. Das hat Franz Kafka gesagt. Von Ihrem Chef werden Sie Ähnliches ganz sicher nicht hören. Denn im 21. Jahrhundert ist Teamarbeit Trumpf, die Unternehmen sind ganz versessen darauf. Keine Stellenanzeige, die vom Bewerber nicht ausdrücklich Teamarbeit verlangt. Bitte nicht falsch verstehen: Gutes Teamwork ist toll und wichtig.

Aber:

Die wahren Meisterleistungen entstehen nicht im Team, sondern alleine.

Wenn Sie also im Großraumbüro sitzen und sich fortwährend mit ihren Nebenleuten die Bälle zuspielen, mag sich das gut und richtig anfühlen – aber im Einzelbüro würden Sie vielleicht noch stärker sein. Eigenständig arbeiten und Ihr Werk im Kollektiv veredeln – das wäre vermutlich die bessere Alternative.

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