Wie erreicht man Bewerber am besten?

Wie erreicht man vielversprechende Bewerber am besten? Eine Frage, um die auch in mittelständischen oder kleinen Unternehmen heute kein Verantwortlicher mehr herumkommt. Schaltet man lieber regelmäßig neue Anzeigen? Stellt man eine hauptamtliche Personalabteilung auf, steckt man mehr Geld in Social Media oder überarbeitet man die Firmenhomepage?

Eine aktuelle Studie (Absolventenstudie 2015 der Beratungsagentur Kienbaum)liefert Hinweise, wo Ihre Ressourcen am besten aufgehoben sind. Befragt wurden 600 Studierende, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, wie sie sich über einen potenziellen Arbeitgeber informieren.

Vom Arbeitnehmer wird zunehmend nicht nur fachliches Know-How, Flexibilität und Mobilität sondern auch ein professionelles Selbstmarketing erwartet. Wer sich nicht als Meister seines Fachs darstellen  kann, dabei aber auch bescheiden und motiviert „rüberkommt“, fliegt in der Bewerbungsrunde hochkant raus.

Aber: Auch die Unternehmen können und sollten es sich nicht länger in der Gönnerpose bequem machen. Wer „da draußen“ keine Präsenz zeigt, nicht offensiv die eigenen Qualitäten anpreist, läuft Gefahr, dass die Wunschkandidaten an anderen Türen anklopfen. Aber wie bewerbe ich mein Unternehmen am besten? Beziehungsweise: Wo?

Die Absolventenstudie 2015 der Beratungsagentur Kienbaum liefert einige ganz brauchbare Antworten auf diese Frage. Befragt wurden 600 Studierende, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, die meisten davon Ökonomen, wie sie sich über einen potenziellen Arbeitgeber informieren.

Aus den nackten Zahlen dieser Studie hat die „Karrierebibel.de“ fünf Erkenntnisse herausgefiltert, die Unternehmen unbedingt im Hinterkopf behalten sollten und die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten:

Präsenz zeigen: 5 Erkenntnisse für Unternehmen:

1.)Die Visitenkarte ist nicht aus Papier

Was macht ein potentieller Kandidat, wenn er sich über Ihr Unternehmen informieren will? Unmissverständliche Antwort: Er geht auf Ihre Homepage. Das tun laut Kienbaum-Studie satte 94 Prozent. Für Firmen ein klarer Hinweis, den Relaunch nicht auf die lange Bank zu schieben und die Pflege nicht dem einzigen Praktikanten zu überlassen (obwohl er oder sie es bestimmt ganz prima macht). Die Homepage ist die Visitenkarte Ihres Unternehmens – besser, Sie stellen die nötigen Ressourcen dafür ab. Eine lieblose oder unprofessionell gemachte Homepage schreckt Kunden UND Bewerber ab!

2.)Xing schlägt Facebook

Ein Drittel der Befragten nutzt Business-Netzwerke wie Xing und LinkedIn, um an Informationen über ein Unternehmen zu kommen. Damit werden Xing und LinkedIn doppelt so stark frequentiert wie Gegenpart Facebook, das eher für die private Kommunikation unter Freunden wichtig ist. Nur elf Prozent der Absolventen zapfen die Facebook-Fanseite einer Firma als Info-Quelle an. Wir können davon ausgehen, dass die Einzelquote für Twitter und andere (private) Netzwerke noch weitaus niedriger liegt. Nichtsdestotrotz sagt der Umgang über Facebook oder Twitter enorm viel über die jeweilige Unternehmenskultur aus. Wie kommuniziert Ihr Unternehmen mit Usern? Geht es auf Anfragen ein oder findet hier nur die übliche Selbstbeweihräucherung statt? Falls Sie also einen eigenen Facebook-Auftritt haben (oder ihn planen), sollten Sie das sorgfältig vorbereiten und kontinuierlich sowie professionell pflegen. Oder ansonsten lieber bleiben lassen…

3.)Kununu holt Presse ein

Nur 20 Prozent der Absolventen beziehen ihr Wissen über ein Unternehmen aus Zeitschriften und Zeitungen. Das ist im Grunde vollkommen logisch, handelt es sich bei der Tageszeitung schließlich um kein enzyklopädisches Nachschlagewerk. Wer Infos über die Arbeitskultur bei Audi sucht, kann sich nicht sicher sein, gerade jetzt darüber etwas in der Zeitung zu lesen (man kann aber natürlich googeln, was auch 39 Prozent der Absolventen beherzigen). Daher weicht eine ebenso große Quote von 20 Prozent mittlerweile auf Arbeitgeberbewertungsportale wie Kununu, MeinChef und Jobvoting aus, auf denen bereits auch zu erstaunlich vielen Autohäusern Feedback zu finden ist. Großes Lockmittel: Die Portale beruhen auf authentischen “Augenzeugenberichten” von aktuellen und ehemaligen, manchmal auch verbitterten Mitarbeitern. Unternehmen, die sich der Kritik auf Kununu und Co. aktiv stellen und Feedback geben, können Glaubwürdigkeit herstellen.

4.)Online vernichtet Print

Stellenanzeigen in der Printpresse sind heute ein verkümmerndes Mauerblümchen. Prestige-Ausschreibungen findet man bisweilen noch, auch greifen lokale Tageszeitungen hier und da noch örtliche Stellengebote ab. Indes: Nur noch sieben Prozent suchen laut Absolventenstudie in der Tageszeitung aktiv nach Stellen – ein unterirdischer Wert. Dass Online-Börsen die Macht längst an sich gerissen haben, ist natürlich nicht neu. 50 Prozent grasen hier nach Jobs. Für Unternehmen ein klares Fazit: Die Kandidaten findet man im Netz!

5.)Ihre besten Werbemittel haben Arme und Beine

Guter Rat ist angeblich teuer. In Wahrheit ist er spottbillig. 48 Prozent der Befragten holen Informationen über ein Unternehmen bei Freunden oder Bekannten ein, die bereits dort arbeiten. Das Wort eines guten Freundes hat Gewicht, ist glaubwürdiger als die größte TV-Kampagne. Unternehmen mit Personalbedarf, die ihre Mitarbeiter nicht als Recruiter einsetzen, verschenken also unter Umständen viel. Im Fachjargon heißt das: Machen Sie Ihre Leute zu Botschaftern der Arbeitgebermarke. Ähnliches gilt selbstverständlich auch für Ihre Kunden. Interessenten aus Ihrer Region kennen unter Umständen einen oder sogar mehrere Ihrer Kunden und holen sich über diese Quelle auch gerne Feedback zu deren Erfahrungen ein.

Kommentare sind geschlossen.

Skype us: